Dieses neue Urteil über Cookies betrifft alle Websitebetreiber!

19.06.2020

 

Autor

Natascha Götzken

Deine Expertin für Content Marketing und Social Media

 

Nach zahlreichen Diskussionen hat der BGH nun ein Urteil zur Nutzung von Cookies gefällt, welches eine klare Vorgabe für die Nutzung von Cookies auf Websites beinhaltet und gravierende Auswirkungen für Betreiber wie Besucher von Websites zur Folge haben wird. 
 

Doch bevor wir uns dem Urteil des BGH konkret zuwenden, erkläre ich zunächst kurz, was man genau unter Cookies versteht. 
 

Cookies sind kleine Textdateien, welche beim Besuch auf einer Website im Webbrowser des Besuchers abgelegt werden und dazu dienen, den Browser des Nutzers zu identifizieren und ihn bei wiederholtem Besuch wiederzuerkennen. 

Zwischen welchen Cookies unterscheidet man denn eigentlich?

Generell wird zwischen den „notwendigen Cookies“ und den nicht notwendigen Cookies unterschieden. 

 

Als notwendig gelten alle Cookies, die dazu dienen, die Website für den Besucher technisch nutzbar zu machen, z.B. die sog. “Session-Cookies". 

 

Diese enthalten lediglich nichtpersonalisierte Daten zur Kommunikation zwischen dem Webserver und dem Rechner des Besuchers (Client) und ermöglichen es, Daten für die Dauer des Besuches zwischenzuspeichern. Damit werden wesentliche Funktionen der Website überhaupt erst möglich, wie bspw. die Steuerung der Seiten-Navigation, der Login in geschützte Bereiche oder die Frage, ob der Nutzer im Rahmen seines Besuches schon den Cookie-Hinweis akzeptiert hat - sonst müsste man dem Hinweis bei jedem Klick aufs Neue zustimmen! 

 

Die gesammelten Daten enthalten keine persönlichen Angaben und werden nach Beendigung des Besuchs automatisch gelöscht, aus diesem Grund bedarf es keiner Einverständniserklärung durch den Nutzer. 

 

Die nicht notwendigen Cookies lassen sich in Funktionale Cookies, Performance Cookies und Marketing Cookies unterteilen. Anders als notwendige Cookies erfordern diese drei Cookie-Arten eine Zustimmung des Websitebesuchers, da die gesammelten Informationen nicht nur vom Betreiber selbst sondern auch von Werbetreibenden verwendet werden. 

Was das für Dich bedeutet

Die Konsequenzen des Cookie-Urteils werden beide Seiten wohl gleichermaßen zu spüren bekommen. Zum einen stellt es für die Websitebetreiber die Rahmenbedingungen für das Setzen von Cookies dar, gleichzeitig verschafft es Websitebesuchern mehr Gewissheit über die Verwendung ihrer persönlichen Daten. Allerdings bedeutet das im Umkehrschluss auch, dass der Aspekt des Datenschutzes präsenter sein wird als zuvor. 

 

Das Thema Datenschutz im Online-Bereich wird seit jeher heiß diskutiert. Somit ist es nicht verwunderlich, dass immer weniger Nutzer bereit sind, mehr Daten als nötig preiszugeben – erst recht nicht freiwillig und wenn es zudem noch mit Aufwand verbunden ist. 

 

Auch wenn Cookies in den Einstellungen des Webbrowsers mit wenigen Klicks wieder gelöscht werden können, wird die Cookie-Nutzung von Datenschützern regelmäßig kritisch betrachtet. Nicht selten machten in der Vergangenheit kritische Berichte über die Verwendung von Cookie-Daten in Zeitungen und sozialen Medien die Runde. Folglich zeigt auch die Akzeptanz bei den Nutzern einen Abwärtstrend. Bislang haben sich Websitebetreiber das Einverständnis ihrer Besucher wie folgt eingeholt: 

 

sobald die Website aufgerufen wird erscheint ein Banner, welcher den Nutzer über das Setzen von Cookies informiert und in der Regel eine bereits voreingestellte Einwilligung enthält. 

 

Zwar können Nutzer diese Einwilligung manuell abwählen oder wegklicken (und sie somit akzeptieren), vor dem Gesetz stellt dies nun aber eine „nicht wirksam erteilte Einwilligung“ dar. 


Nach dem aktuellen BGH-Urteil müssen Websitebesucher der Verwendung von Cookies auf der jeweiligen Website aktiv zustimmen. 

 

Konkret bedeutet das: in Zukunft muss das Kästchen, welches das Einverständnis des Nutzers impliziert, selbst angewählt werden – ein „passives“ Einverständnis reicht nicht mehr aus. Für Websitebetreiber bedeutet das folglich, dass sie ihr Cookie-Management überarbeiten und auf den neuesten Stand bringen müssen, anderenfalls drohen Strafen. 

 

Neben den Websitebesuchern und -betreibern müssen aber auch Werbetreibende mit Veränderungen rechnen, da ihnen zwangsläufig weniger Daten zur Verfügung stehen werden, um qualitative personalisierte Anzeigen zu schalten. 

 

Wie umfangreich diese Daten tatsächlich noch sein werden, lässt sich aber leicht erahnen, wenn man sich vorstellt, wie viele Besucher wohl noch eigeninitiativ und aus freiem Willen mehrere Häkchen setzen, um Website-Betreibern die Erhebung von Tracking- und anderen Daten zu erlauben, bevor sie den Hinweis wegklicken. 
 

Natascha Götzken | TIGA Media GmbH

Erfahrungen & Bewertungen zu TIGA Media GmbH