Wir stellen vor: User Centered Recruiting – Bewerber im Mittelpunkt

16.03.2021

 

Autor

Sabine Wazinski

Deine Expertin in Sachen Digital Recruiting

 

Immer häufiger hört man im Zusammenhang mit Digital Recruiting und Social Media Recruiting vom Konzeptansatz des „Candidate Centered Design“. Dabei wird der Bewerbungsprozess von der Pike auf so gestaltet, dass den Bedürfnissen der Bewerber die ungeteilte Aufmerksamkeit gilt. Umständlichem Prozedere und schlecht aufbereiteten Infos, die den Prozess verlangsamen und erfahrungsgemäß zu immensen Absprungraten führen, wird dabei der Kampf angesagt. Das fordert Unternehmen heraus, ihre alten, eingefahrenen Methoden zur Personalgewinnung kritisch zu hinterfragen und auf den Prüfstand zu stellen. Wer für die Zukunft mit seinem Unternehmen in Sachen Mitarbeitergewinnung gut aufgestellt sein will, muss den Talenten von Morgen schon jetzt entgegenkommen – und das beginnt im Bewerbungsprozess! Dabei können digitale Prozesse helfen, Hürden abzubauen und Personalern die Arbeit zu erleichtern, damit User Centered Recruiting zur Bereicherung aller Beteiligten werden kann.

„User Centered Recruiting“ vs. „Company Centered Recruiting“

Auf dem Arbeitsmarkt, wie wir ihn heute verstehen, war es eigentlich schon immer so, dass auf der einen Seite Unternehmen einen Bedarf in Form vakanter Stellen haben, den Arbeitnehmer auf der anderen Seite durch Einbringen der eigenen Arbeitskraft und Kompetenz decken können. Hiernach läge also das Angebot auf Seiten der Arbeitnehmer und die Nachfrage vor allem bei den Unternehmen, die Stellen besetzen müssen. Im Gegenzug bringen Arbeitnehmer einen finanziellen Bedarf mit, den Unternehmen in Form der Vergütung decken können – es besteht also durchaus ein gegenseitiges Interesse daran, sich zu finden und langfristig aneinander zu binden. Wer nun im ewigen Ringen um Angebot und Nachfrage welche Position vertritt, hängt immer von der aktuellen Marktsituation ab und davon, wie ausgeglichen die Verhältnisse gerade sind. Sicher ist, dass sich diese Situation in den letzten Jahren drastisch geändert hat und die Haltung von Unternehmen, sich im Zuge der Bewerbung von Bewerbern hofieren zu lassen, also ihr Recruiting eher „company-centered“ zu betreiben, nicht mehr angesagt ist und auch immer weniger funktioniert.

Bei User Centered Recruiting bewirbt sich das Unternehmen beim Bewerber – nicht umgekehrt!

Viele Jahrzehnte war es gang und gäbe, dass auf dem Markt viel mehr potenzielle Arbeitnehmer suchten, als Unternehmen ihre vakanten Stellen inserierten. Damit ist für Unternehmen die Situation, dass ihnen Bewerber förmlich die Tür einrennen, sobald sie nur mit einem Stellenangebot winken, dermaßen selbstverständlich geworden, dass die meisten noch immer nicht realisiert haben, dass sich die Bedarfssituation seit Ende der 1990er Jahre bis heute völlig umgekehrt hat! Daher sind es heute vor allem die Unternehmen, die unter dringendem Bedarf leiden und ihre Stellen nicht besetzen können. Doch es liegt keineswegs daran, dass vermeintlich vielmehr offene Stellen angeboten werden, als tatsächlich Arbeitsuchende verfügbar sind – Unternehmen, die die Umkehr des Arbeitsmarkts verschlafen haben, setzen schlicht auf die falschen Methodenund nicht auf "Active Sourcing", denn das Prinzip „Schalten und Hoffen“ (engl. „Post & Pray“) ist für die Personalgewinnung längst nicht mehr zeitgemäß. Heute sprechen wir von „User Centered Recruiting“ – dabei stehen nicht mehr die Unternehmen, sondern die Bewerber im Mittelpunkt, und das mit aller Konsequenz!

Warum User Centered Recruiting so wichtig geworden ist

Bewerber sind heute durch die zunehmende Digitalisierung bequemer geworden und zeigen immer weniger Bereitschaft, bei der Jobsuche gezielt auf Unternehmen zuzugehen. Das bedeutet, dass die klassische, früher selbstverständliche Bewerbungsmappe – sorgsam zusammengetragen und gefühlt 100mal auf Fehler und Makel überprüft, bevor man sie rausschickt – heute kaum noch zum Einsatz kommt. Zumal sind Bewerber in einer dankbaren Situation, da viele Unternehmen verzweifelt nach Personal suchen und dabei mitunter immer attraktivere Konditionen in Aussicht stellen – da lässt man sich gerne mal ein wenig bitten! Für rekrutierende Personaler ist daher in diesen Zeiten oberstes Gebot, Bewerbern den Bewerbungsprozess von Anfang bis Ende so ansprechend, einfach, transparent und intuitiv wie möglich zu machen. Man spricht dabei von der sog. „Candidate Experience“, also der Erfahrung, die Bewerber im Durchlaufen des Prozesses machen und die ein Kernelement des User Centered Recruiting darstellt. Die Idee dahinter ist (ein wenig überspitzt formuliert!), seinen „Bewerbern – wenn sie sich schon trotz ihrer geringen Bereitschaft die Mühe machen, sich zu bewerben – die Bewerbung so einfach und bequem wie möglich zu machen.“

Employer Branding ist wichtige Grundlage für User Centered Recruiting

Eine gute Nutzererfahrung, wie sie online in vielerlei Prozessen essenziell geworden ist, dient zudem nicht allein dem Zweck, die tatsächlichen Bewerber zufrieden zu stimmen, sondern auch das eigene „Employer Branding“ (von engl. „Arbeitgebermarke“) zu stärken. Wie und mit welchen Instrumenten Recruiting in Deinem Unternehmen betrieben wird, sehen nämlich durchaus auch Personen, die sich jetzt gerade nicht bei Dir bewerben möchten, vielleicht aber in Zukunft dafür in Frage kommen. Am Markt als modernes, zeitgemäßes Unternehmen wahrgenommen zu werden, ist dabei wichtige Grundlage für künftige Recruitings. Dass potenzielle Bewerber Dein Unternehmen attraktiv finden, ist die beste Basis für User Centered Recruiting, denn einerseits wird so die Hemmschwelle für Bewerber gesenkt, auf Deine Stellenanzeigen mit einer Bewerbung oder Kontaktaufnahme zu reagieren, andererseits trägt es dazu bei, dass sie im Zuge des Bewerbungsprozesses eher „am Ball bleiben“ und weniger abspringen.

Die bevorzugten Kanäle beim User Centered Recruiting

Besonders geeignet für die Personalrekrutierung „mit Bewerbern im Fokus“ sind natürlich die Social Media, bewegen sich die Nutzer hier doch in ihrem gewohnten Umfeld – besser lässt sich der Schritt auf die Bewerber zu kaum abbilden. In diesem Fall spricht man von Social Media Recruiting, also der Mitarbeitergewinnung über soziale Medien. Mit ansprechenden, gut formulierten Stellenanzeigen erreicht man seine Zielgruppe hier wesentlich besser, als es über konventionelle Methoden noch möglich ist, und das bei wesentlich überschaubareren Kosten. Der Zugang über Social Media bietet zudem auch noch den Vorteil, dass Nutzer Werbeanzeigen gegenüber viel aufgeschlossener sind, als an anderen Marktplätzen. Durch präzise Targetierung ermitteln die leistungsstarken Algorithmen aus der großen Nutzerschaft genau den Kreis, für den Deine Stellenanzeigen besonders geeignet sind, und durch das Verhalten der Nutzer, die Deine Anzeigen bereits geklickt haben, lernt die Plattform, welche Anforderungen der ideale Kandidat mitbringen sollte – so wird die Zielgruppe im Laufe der Kampagne immer klarer abgegrenzt, wertvolle Informationen, die sich auch für künftige Recruitings gut verwenden lassen!

Was genau kann User Centered Recruiting besser machen als herkömmliche Methoden?

Schaut man sich einmal auf Jobbörsen und Stellenportalen um, so wird schnell klar, dass die meisten Bewerbungsprozesse von inserierenden Unternehmen eine klare Sprache sprechen: Man wurde einst – vermutlich aus der Not heraus – dazu genötigt, die bis dato weitestgehend analogen Prozesse auf irgendeiner Weise auf den digitalen Weg zu übertragen, egal wie, wo und wann, aber digital, und offenbar war man froh, dass man es schließlich irgendwie geschafft hatte, denn man hat die Bausteine seitdem nicht mehr angefasst, sicherlich auch aus einer gewissen Angst heraus, damit Fehler und unkalkulierte Kosten heraufzubeschwören. Mission erfolgreich, zumindest irgendwie, aber die Zeche zahlen in diesem Fall die Bewerber. Schwammige Formulierungen, knappe oder gar widersprüchliche Informationen und fehlende Ansprechpartner auf der inhaltlichen Ebene, dafür nicht-responsive Websites, endlose Formulare und komplizierte Datei-Uploads auf der technischen Seite – nichts davon suggeriert potenziellen Kandidaten, dass man es mit einem Unternehmen zu tun hat, das in Sachen Recruiting modern und zeitgemäß aufgestellt ist.

Ein User Centered Recruiting, bei dem die Bewerber wirklich im Mittelpunkt stehen, sollte hier andere Maßstäbe setzen. Es beginnt mit guten, aussagekräftigen Stellenanzeigen, die im besten Fall schon keinerlei Rückfragen aufwerfen. Weiter geht es mit responsiven Websites, die einen Zugang unabhängig vom Endgerät ermöglichen und Formularen, die sich auf die für die Bewerbung wirklich nötigen Facts beschränken, im Idealfall sogar Chatbots, die die Daten im Zuge eines simulierten Gesprächs abfragen und auch die eine oder andere Frage beantworten können. Schließlich kann man nach Eingang einer Bewerbung durch zeitnahe, direkte Kommunikation bei seinen Kandidaten punkten, in Corona-Zeiten mit Bewerbungsgesprächen und Interviews per Video-Meeting, und nicht zuletzt gilt es selbst bei Absagen, den richtigen (digitalen) Ton zu treffen, um die Candidate Experience optimal zu halten.

So und nicht anders kannst Du es schaffen, auch in diesen für Personalern schwierigen Zeiten fähige Talente erfolgreich anzuwerben und Dein Unternehmen auch für die kommenden Jahre personell optimal aufzustellen!

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